Presseartikel der Dorstener Zeitung vom 28.05.2014

Ein Abend voller Seligkeit
Tina Podstawa und Stefa Stara boten Chansonkonzert der Extraklasse


Zum Abschluss der ersten Halbjahres-Spielzeit präsentierte Programm-Macher Mark Murphy am Montag im Alten Rathaus einen Chansonabend der Extraklasse: Tina Podstawa und Stefan Stara entführten in "Eine Nacht voller Seligkeit".

Diese Sehnscht scheint weit verbreitet zu sein, denn der Saal war ausgebucht. Der Programmtitel ist ein Songtext von Marika Rökk und es folgten noch mehrere Lieder der österreichischen Filmdiva. Zu Beginn räkelte sich Stefan Stara auf einer Reihe von Kinoklappsitzen und philosophierte: "In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine" Später gab er - in arger Bedrängnis durch seine aufreizende Partnerin - zu bedenken: "Der Onkel Doktor hat gesagt, ich darf nicht küssen". Man fühlte sich zurück versetzt in den UFA-Filmpalast, die Zeit der ersten Tonfilme in den 1930er Jahren und lieöß die Bilder von Willy Fritsch, Evelyn Künneke, Zarah Leander, Hildegard Knef und Johannes Heesters im Geiste Revue passieren.


Verruchter Vamp

Tina Podstawa gab den verruchten Vamp, in Frisur und Kostüm aufgemacht, wie einst Marlene Dietrich. Keck fragte sie das Publikum: "Haben Sie schon mal im Dunklen geküsst, ja? Wissen Sie denn auch, wie schön so was ist, nein?" Einzelne fühlten sich wohl angesprochen und reagierten mit Gelächter. Tina Podstawa war stimmlich und im Spiel sehr wandelbar. Da war die laute, freche Provokation gepaart mit allen Registern der Verführungskunst bis hin zu groößer Verzweiflung und zum ahnungslosen kindlichen Unschuldslamm.

Im zweiten Teil des Programms wurden überwiegend Schlager aus den 1920er Jahren präsentiert. Das Pärchen saöß an einem Kaffeehaustisch und focht den üblichen Kleinkrieg zwischen alten Gefährten aus: Auf "Benjamin, ich hab nichts anzuziehen" antwortete er trotzig mit "Ich kann dein grünes Seidenkleid nicht leiden". Das Publikum kam nun auch in den Genuss von einigen Tanzeinlagen.

Die unbeschwerte Zeitreise klang aus mit dem Kontrastprogramm zum Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs "Wir machen Musik - ich brauche keine Millionen" aus dem Jahr 1942.

Das Konzert war in dieser Besetzung eine Uraufführung, denn eigentlich wurde es für zwei Frauen konzipiert, die über Männer ablästern. "Die Kollegin musste kurzfristig absagen und mein Mann ist eingesprungen. Dadurch hat sich im Programm vieles verändert und es ergaben sich auch ganz neue Spielmöglichkeiten", schmunzelte Tina Podstawa mit vielsagendem Blick.

Seltenes Bühnen-Treffen

Das Sängerpaar hat in den vergangenen 14 Jahren nur zweimal zusammen auf einer Bühne gestanden und genoss diese seltene Möglichkeit in seiner Wahlheimat Dorsten offensichtlich sehr. Tina Podstawa ist derzeit am Musiktheater Gelsenkrichen bei "Cabaret" zu hören und Stefan Stara arbeitet in Hamburg und in St. Gallen.
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